Edward Lewis Wallant, Mr. Moonbloom. Berlin Verlag, Berlin 2012

Eine Buchrezension von Dirk Purz.

Bitte nicht irritieren lassen. Das ist kein neues Buch.
Wallant schrieb es bereits in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts. Aber es ist eine Neuentdeckung.

Der Hauptdarsteller des Buches, Mr. Moonbloom hatte nun bereits einige erfolglosen Studiums hinter sich gebracht, als sich als Hausverwalter und Mieteintreiber in den Dienst seines Bruders stellte, um wenigstens ein überlebensfähiges Einkommen zu haben.

  • Er hatte mit einer unbestimmten Begeisterung mehrere Universitäten besucht, aber dort nur Zahlen und Zeugnisse gefunden. Er hatte sich an der Vorstellung von Gott berauscht und nur Theologie gefunden. Er hatte sich einige Male auf den zarten und mächtigen Flügeln der Lust emporgeschwungen und Herrlichkeit erwartet, aber nur Entladung erreicht.


In seiner Funktion als Mädchen für alles, hatte er beinahe allen Antrieb verloren. Wenn nicht die vielen Menschen mit ihren Geschichten und Begegnungen wären, die den spröden Moonbloom behelligten und mit der Zeit in ihren Bann zogen.
Endlich wurde es ihm zu bunt. Er faßte den ungeheuren Entschluss die heruntergekommenen Gebäude und Wohnungen zu sanieren.

  • Er war beseelt von dem Gehorsam gegenüber dem Geist seines inneren Antriebs.


Und jetzt wird das Buch zu dem, was mich angesprochen hat. Moonbloom wird kein Sanierer im großen Stil. Er fängt an. Unbeholfen, fast dilettantisch und doch steigert er die Lebensqualität der Mieter.

  • Das Später ist für das Jetzt so unerheblich wie das Jenseits für das Leben.
  • Vielleicht geht das Werden nicht ohne Leiden.

Der, dem die vielen Studien keine Erfüllung gebracht haben, findet sie in den realen Lebensgeschichten seiner Mieter und in der Bewältigung des eigenen Untergangs.

Am Ende steht ein beeindruckendes Fazit:

  • Es gibt eine Dreifaltigkeit des Überlebens, und die heißt Mut, Traum, Liebe.
 
 
 
 
E.L. Wallant - Mr. Moonbloom
 

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