Rebeccca Solnit, Hoffnung in der Dunkelheit. Unendliche Geschichte – Wilde Möglichkeiten Pendo Verlag, München, Zürich 2005

Eine Buchrezension von Dirk Purz.

Der Advent steht vor der Tür, also treten herein die großen Themen von Glaube, Liebe und Hoffnung. Hier haben wir ein Buch, dass über die Hoffnung zu berichten weiß und die Wirkungen der Hoffnung erkennt.
Ein politisches Buch? Außer Frage ein hochpolitisches Buch.
Ein bequemes Buch? Dann wäre es kein Buch über die Hoffnung.

Engagiert und erfahren nimmt Solnit ihre Leser mit auf die Reise durch die Geschichte der großen und kleinen Widerstandsbewegungen, die etwas bewirkt und unsere Welt zu dem, was sie ist gemacht haben und noch machen werden.

Wenn Sie ein Buch lesen wollen, in dem die folgenden Sätze stehen, dann viel Spaß.

•    Wie können Menschen erkennen, dass sie die Kraft haben, nicht nur Zuhörer, sondern Geschichtenerzähler zu sein?
•    Die Hoffnung ist die Geschichte der Ungewissheit, des Umgangs mit dem Risiko.
•    Der Prüfstein für eine erstrangige Intelligenz ist die Fähigkeit, zwei entgegengesetzte Ideen zugleich im Kopf zu haben und doch weiter in Funktion zu bleiben. F. Scott Fitzgerald
•    Man wäre imstande zu sehen, dass die Dinge hoffnungslos liegen, und dennoch fest entschlossen sie zu ändern.
•    Hoffnung ist keine Prognostik. Sie ist Orientierung des Geistes, Orientierung des Herzens, die die unmittelbar gelebte Welt übersteigt und irgendwo in der Ferne verankert.
•    Hoffnung und Handlung nähren sich gegenseitig. Verzweiflung ist eine Art Müdigkeit, ein Vertrauensverlust der überwunden werden kann oder sogar ein Luxus, wenn man die Macht, politisch zu handeln als ein Privileg betrachtet die Angst ist echt, aber ihr vermeintlicher Gegenstand ist falsch. In diesem Sinne ist es eine sichere Angst, denn sich die wahren Ursachen der Angst einzugestehen kann selbst Angst erzeugen.
•    Ungewissheit und Instabilität geben zur Hoffnung Anlass, dass sich etwas verändern wird. Rebeccca Solnit, Hoffnung in der Dunkelheit. Unendliche Geschichte – Wilde Möglichkeiten
•    Die Trostlosigkeit der Welt wird benötigt, damit sich das Drama des eigenen Sich-über-die-Dinge-Erhebens von diesem Hintergrund abheben kann.
•    Vor Wänden kann man zu Recht stehen bleiben; Türen verlangen, dass durch sie hindurchgeht.
•    Hoffnung zu haben ist riskant, denn letztendlich ist es eine Art Vertrauen, ein Vertrauen in das Unbekannte und Mögliche, ja sogar in die Diskontinuität.
•    Hoffnung zu haben heißt, jemand anders zu werden, jemand der Enttäuschung und Verrat riskiert.
•    Die Gewalt ist die Macht des Staates, die Vorstellungskraft und Gewaltlosigkeit die Macht der Zivilgesellschaft.
•    Die Geschichte wird aus gemeinsamen Träumen gemacht, aus Wogen und Wendepunkten, Wasserscheiden – sie ist eine Landschaft, die komplizierter ist als einander entsprechende Ursachen und Wirkungen.
•    Wirkungen sind nicht proportional zu den Ursachen.
•    Zuerst ignorieren sie dich. Dann lachen sie über dich. Dann bekämpfen sie dich. Dann gewinnst du. Gandhi
•    Manchmal frage ich mich, was passieren würde, wenn man sich einen Sieg nicht nur als die Beseitigung des Bösen, sondern als eine Schaffung des Guten vorstellt.
•    Die meisten großen Siege entfalten sich ständig weiter, bleiben in dem Sinne unfertig, als sie noch nicht vollkommen verwirklicht sind, aber auch in dem Sinne, als sie weiterhin Einfluss üben
•    Hoffnung hat nichts mit unseren Erwartungen zu tun. Sie ist eine Umarmung der essenziellen Unbegreiflichkeit der Welt, der Brüche mit der Gegenwart, der Überraschungen.
•    Ich glaube an die Hoffnung als eine Trotzhandlung.
•    Zu kapitulieren heißt nicht nur die Zukunft aufzugeben, es heißt auch, die Seele aufzugeben.

 
 
 
 
Hoffung in der Dunkelheit
 

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