Auf den Spuren des (Vor-) Reformators Jan Hus in Prag

Eine Tagung für Fachleiter*innen für evangelische Religionslehre in NRW von PTI Bonn und PI Villigst

2017 – das Jahr der Reformation. In Deutschland fokussiert sich alles auf Martin Luther, 500 Jahre Reformation ist das Motto. Darüber wird oft vergessen, dass der letztlich erfolgreichen Reformation andere reformatorische Bestrebungen vorausgingen. An dieser Stelle ist insbesondere Jan Hus zu nennen. Jan Hus, ein bekannter reformatorischer Prediger in Prag, der sich 1415 (also vor 600 Jahren) auf dem Konstanzer Konzil rechtfertigen musste und letztlich dort auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Luther bekannte sich 1520 dazu, in vielfacher Hinsicht Hussit zu sein.

Diesen Spuren gingen 20 Fachleiter*innen für evangelische Religionslehre auf einer gemeinsamen Tagung des PTI Bonn und des PI Villigst unter der Leitung von Dr. Jürgen Röhrig und Andreas Nicht in Prag nach.
Gespräche mit Dr. Oliver Engelhardt, dem Kirchenrat für Ökumene und internationale Beziehungen der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder, der größten evangelischen Kirche in der Tschechischen Republik, und Lenka Ridzoňová, Pfarrerin der Gemeinde der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder in Střešovice (Prag) informierten über die Entwicklung der Reformation in Osteuropa und die derzeitige Situation evangelischer Christen in Tschechien.

Von besonderem Interesse waren die Informationen darüber, wie sich die Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder in einem der säkularisiertesten Staaten Europas mit etwa 80% nichtreligiös sozialisierter Bevölkerung darstellt und behauptet. Während in einigen Gemeinden ein intensives religiöses Leben stattfindet und auch nichtchristlich sozialisierte Menschen am gemeindlichen Leben beteiligen haben andere Gemeinden erhebliche Schwierigkeiten sich zu behaupten. Ein Problem wird in Zukunft die Entscheidung der tschechischen Regierung sein, sich aus der Finanzierung der Kirchen mittelfristig zurückzuziehen. An dieser Stelle wurde die finanzielle Unterstützung der Evangelischen Kirche im Rheinland sowie des Gustav-Adolf-Werkes würdigend hervorgehoben.

Weitere Highlights waren die Erkundung des „christlichen“ Prags auf den Spuren der böhmischen Reformation und die Spurensuche des jüdischen Lebens in Prag“ mit der Besichtigung der bekanntesten Synagoge, dem jüdischen Friedhof und weiteren Gedenkstätten.
„Eindrucksvolle Erlebnisse und Informationen“, „Bisher begann für mich die Reformation 1517, jetzt ist mir klar geworden, dass es schon viel früher reformatorische Bestrebungen gab“, „Jetzt kann ich die Rolle und Bedeutung der „Böhmischen Brüder“ für die Reformation in Europa richtig einschätzen“, „Die Darstellung der Verfolgung und Unterdrückung christlicher und jüdischer Menschen hat mich persönlich sehr getroffen“, so einige Äußerungen der Teilnehmenden.


 
 
 
 
Auf den Spuren des (Vor-) Reformators Jan Hus in Prag
 

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