Bundesweite Tagung der Konfirmandenarbeit in Haus Villigst (Schwerte) 2. Tag

Vernetzung von Konfirmandenarbeit und gemeindlicher Jugendarbeit

Die zweite bundesweite Studie zur Konfirmandenarbeit hat deutlich aufgezeigt, dass der Konfirmandenunterricht ein ungemein wichtiges Tor für den Einstieg in die ehrenamtliche Gemeindearbeit ist. Viele Jugendliche haben die Frage „Warum sie sich nicht in der Gemeinde engagieren“ beantwortet: „Mich hat keiner gefragt“. Ebenso hat die Studie gezeigt, dass Unterricht gemeinsam mit Teamern gestaltet, eine anziehende Vorbildfunktion hat.

Darum liegt es nahe, den Zusammenhang von Jugend- und Konfirmandenarbeit zu beleuchten. Deutlich ist zunächst hervorzuheben, dass strukturell diese beiden Bereiche oftmals in den Landeskirchen getrennt organisiert sind. Konfirmandenunterricht ist Pfarrsache und Jugendarbeit machen die Gemeindepädagoginnen und -pädagogen.

"Viele Sparmaßnahmen gingen zu Lasten der Jugendarbeit. Darum besteht auf Seiten der Jugendarbeit die Sorge, die Konfirmandenarbeit könne die Jugendarbeit in manchen Bereichen ersetzen. Dagegen wurde betont, dass die organisatorische Vernetzung der beiden Arbeitsbereiche um der Jugendlichen willen weiter vorangetrieben werden solle. Diese Vernetzung müsse auf landeskirchlicher Ebene beginnen. In manchen Landeskirchen gehören beide Bereiche zu einem Dezernat."

Zur Umsetzung dieser Erkenntnis haben die Verantwortlichen in vielen Workshops konkrete Modelle wahrgenommen und weiterentwickelt. Oberkirchenrätin der EKD, Frau Dr. Birgit Sendler-Koschel betonte in ihrem Grußwort, wie dringend diese beiden Arbeitsgebiete der Gemeinde  fachdidaktisches und konzeptionelles Denken brauchen. Schließlich geht es darum, die christlichen Inhalte gemeinsam mit dem Potential der Jugendlichen zu heben und in deren Leben Raum greifen zu lassen.

Wie unverzichtbar die Jugend- und Konfirmandenarbeit sind, stellte Prof. Henrik Simojoki heraus, als er aufzeigte, wie wichtig die christliche Bildung der Jugendlichen für die Zivilgesellschaft ist. Kirche hat eine wertvolle und unaufhebbare Verantwortung. Die Zivilgesellschaft, das heißt, die Sphäre des bürgerlichen Engagements, die sich zwischen der politischen, der privaten und der wirtschaftlichen Ordnung befindet, braucht die Jugendlichen, die um die Inhalte des christlichen Glaubens wissen und diese leben.

Nach zwei arbeitsreichen und intensiven Tagen reisten die Teilnehmenden mit neuen Ideen und Impulsen wieder in ihre Landeskirchen zurück. Im nächsten Jahr werden die internationalen Dimensionen der europaweit durchgeführten Studie in einer Tagung beleuchtet.

Ach – übrigens, wussten sie schon: 500.000 Jugendliche werden jährlich in Europa konfirmiert! Wenn das keine Hausnummer ist.


 
 
 
 
Bundesweite Tagung der Konfirmandenarbeit  in Haus Villigst (Schwerte) 2. Tag
 

Pädagogisches Institut der EKvW - Iserlohner Straße 25 - 58239 Schwerte
Fon (Zentrale): 02304 / 755-160 - Fax (Zentrale): 02304 / 755-247 - verwaltung@pi-villigst.de
- Impressum