Familie und Digitalisierung

20. Gemeindepädagogisches Forum

Beim 20. Gemeindepädagogisches Forum hielt Dr. Remi Stork einen Vortrag über die Chancen der Digitalisierung für Familien und Prof. Dr. Werner Thiede einen Vortrag über die Risiken und Gefahren der Digitalisierung.

Zunächst wurde deutlich, dass die Familie ein widerstandsfähiges, lebensweltliches Solidarsystem ist und als modernisierungsbereites System ist sie ein Erfolgsmodell. Familien bauen Netzwerke der Kooperation und finden eigenständige Zugänge und Wege in die plurale Gesellschaft. Weil sie strapazierfähig und anpassungsbereit sind, können sie auch Digitalisierung vorteilhaft nutzen. Sie nutzen die neue Verfügbarkeit von Wissen. Zudem erleben sie aber auch den Lernzwang, mit der Digitalität umzugehen und ihre Privatsphäre steht in Frage und muss geschützt werden.

Dem hielt Werner Thiede die Risiken und Gefahren der Digitalisierung entgegen. Digitale Freiheit ist manipulierte Freiheit und die Kirchen machen sich zu Komplizen der Digitalität. Es wird Luxus sein, nicht online zu sein. Wer sich der Digitalisierung entzieht, wird mit Nachteilen zu rechnen haben, denn die Digitalisierung wird quasi eine Zwangsmaßnahme.

Die Digitalität muss dienen und darf nicht herrschen. Digitalisierung ist nicht per se etwas Gutes, sie hängt davon ab, wie der Mensch sie nutzt und ethisch einschätzt. Der Umgang mit dem Netz muss uns zu Erfahrungen und Erkenntnissen führen, die wir auszuwerten und umzusetzen haben.

Nachdem diese beiden Positionen aufeinander getroffen sind, wandten sich die Teilnehmenden den Fragen der Bildung in der digitalen Welt zu. In Workshops erlebten sie praktische Hinweise und konnten erste Schritte ausprobieren. Klar wurde, die Digitalisierung ist Thema, Methode und Medium. Sie verändert die Erziehungsziele und verlangt von allen Nutzern eine große Kompetenz. Digitale Bildung ist Wissensvermittlung und –aneignung, Persönlichkeitsbildung und soziale Bildung und sie muss allen Bildungs- und Teilhabechancen bieten.


 
 
 
 
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