Für religiöse Bildung und gebildete Religion

Präses Annette Kurschus: Glaube nicht in Hinterköpfe oder Hinterhöfe verbannen

Religiöse Bildung schützt vor Fundamentalismus und gefährlichem Missbrauch der Religion. Diese Überzeugung hat Präses Annette Kurschus am Donnerstag (23.2.) in Haus Villigst vertreten. „Das Vertrautwerden mit den eigenen religiösen Traditionen ist ein Schutz gegen plumpen Fundamentalismus und gegen die dünnen und gefährlichen Phrasen religiöser Vereinfacher“, sagte die leitende Theologin der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) vor Schulleiterinnen und Schulleitern aus dem Bereich der EKvW.

Ein weltanschaulich neutraler Staat, Öffentlichkeit und Gesellschaft sollten Interesse an „religiöser Bildung und gebildeter Religion“ haben, denn als menschliche Grundgröße habe Religion eine immense soziale und kulturelle Kraft. Deshalb bräuchten Religion und Religionen einen festen Platz in der Öffentlichkeit und in öffentlicher Bildung. Es wäre ein Fehler, wenn Staat und Gesellschaft diese Kraft ins Private abdrängen würden: „Damit würden sie einen gesellschaftlichen Faktor, der die Wirklichkeit von Menschen mit prägt, strukturell ignorieren, ihn in Hinterköpfe oder Hinterhöfe verbannen und dort mit sich allein lassen“, sagte die Präses. Ein weltanschaulich neutraler Staat brauche das Mitwirken der verschiedenen Weltanschauungen am öffentlichen Diskurs.
Die Fremde und das Fremde seien jedenfalls im Judentum und im Christentum besondere Begegnungsorte und Erscheinungsweisen Gottes, denn sie verkörperten sein unbestimmbares Wesen. Alle Versuche, Gott in Worte zu fassen, seien deshalb unzulänglich. Kurschus: „Ein Glaube, der etwas von sich selbst versteht, wird sich deshalb nie anmaßen, die Welt, die Mitmenschen - und erst recht nicht Gott - in einer Formelsammlung zu erfassen und in Schubladen abzulegen. Alle Tendenzen, Gott eindeutig zu machen und sich seiner zu bemächtigen, rufen den Widerstand des Glaubens hervor.“

Gemeinsam laden die Evangelische Akademie und das Pädagogische Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen regelmäßig die Leitungen der verschiedenen westfälischen Schulen zu einer Tagung ein. Das Thema in diesem Jahr lautet: „Wie viel(e) Religion(en) verkraftet die Schule?“


 
 
 
 
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