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Das Netz: Unendliche Freiheit, gesteigerte Angst

Zu diesem ungemein zeitnahem Thema hat Prof. Wolfgang Huber im Berliner Dom einen Vortrag gehalten, der Kirchentagsbesucher aller Altersklassen angezogen hat.

Dem Vortrag voran haben die hannoversche Superintentendin Petra Bahr und Arnd Henze (ARD Korrespondent) Gedanken und Erfahrungen ausgetauscht. Einhellig stimmen sie ein, wenn sie sagen: Der Umgang mit dem Netz setzt Möglichkeiten frei - für alle Nutzer. Es fordert aber auch einen geschulten und erfahrenen Umgang, der sich aus den gemachten Erfahrungen speist.
Zwischen den Möglichkeiten der Selbstdarstellung und Präsentation von wichtigen Themen und der gleichzeitigen Angst vor Kontrollverlust bewegen sich viele User. Was wird aus meinen Nachrichten gemacht? Wie fallen die Reaktionen darauf aus?

Mit einem ganz anderen Blick sieht der Bochumer Theologe Traugott Jähnichen auf das Netz. Das Netz ermöglicht uns Menschen die kommunikative Freiheit und zugleich ist es aber auch ein ungemeines Gedächtnis, das quasi einen digitalen Zwilling von uns anlegt.

Huber spricht von der räumlichen und zeitlichen Freiheit des Netzes. Die Kommunikationsgemeinschaft ist global. Die Welt ist ein kommunikatives Dorf geworden. Wenn es Unterschiede gibt, dann sind diese in der Regel sozial bedingt. Dem Wohlstand steht das Netz uneingeschränkt zur Verfügung.

Es gibt keine Grenzen für die Anzahl der hinterlegten Daten, keine politischen Grenzen und jedem, der einen Zugang hat, wird über alle ethnischen Grenzen hinaus Partizipation gewährt.

Sind wir der Medienrevolution gewachsen? Die Gefahr besteht darin, dass Freiheit und Verantwortung entkoppelt werden. Es gibt keine Überprüfungen für die im Netz stehenden Artikel, Posts oder anderen Beiträge. Alles kann kommuniziert werden, alles geht und das überfordert die Freiheit.

Freiheit speist sich aus der Erfahrung, dass die persönliche Freiheit nur funktioniert, wenn ein Mensch sich in der Begegnung mit anderen sieht und versteht. Selbstverwirklichung und gemeinsames Leben müssen miteinander korrespondieren und sich gegenseitig befruchten, beschränken und fördern. Selbstachtung und Achtung des anderen gehören unabdingbar zusammen.

Das Netz lehrt uns, dass man durch freiwillige Zustimmungen die Selbstbestimmung aufgeben kann. Durch unsere Zustimmungen setzen wir unsere Privatssphäre aufs Spiel. Die Achtlosigkeit endet oft in Verachtung. Ohne (Selbst-) Kontrolle werden unfertige Gedanken ins Netz gstellt.

Wir als Pädagogisches Institut freuen uns, dass wir diesen eloquenten Theologen für den Hauptvortrag auf unserem Lehrertag im September in Dortmund gewonnen haben. Wolfgang Huber hat fest zugesagt und wird kommen.


 
 
 
 
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