"Ich verstehe Dich nicht - Was kann ich tun?"

Kommunikation in der Migrationsgesellschaft

"Die Zunge ist die Übersetzerin des Herzens" – mit diesem arabischen Sprichwort begannen die Ausführungen von Özlem Önder (Datteln / Dortmund) zu diesem Fortbildungstag, zu dem sie gemeinsam mit Dozentin Ursula August eingeladen hatte. 

Die Teilnehmenden hatten viele Fragen mitgebracht: Wie können wir mit den Eltern reden, welche Rolle spielt Mehrsprachigkeit, wie beeinflussen Geschlechterverhältnisse und kulturelle Sozialisation, gesellschaftliche Ungleichheit  / Ungerechtigkeit Kommunikation? Wie gehen wir mit der Inhomogenität der Migrantengruppen um? Wie begegnen wir den internationalen Förderklassen für Flüchtlinge?

Özlem Önder stellte im Verlauf der Tagung ihren kultursensiblen Ansatz für (Früh-) Förderung, Kita, Schule und Elternarbeit bei Familien mit Migrationshintergrund in drei Teilen vor.
Sie ging zunächst ausführlich auf die Sprachentwicklung und Mehrsprachigkeit ein und plädierte für eine gute erworbene Muttersprache als stabiles Fundament für die Zweitsprache, sprach sich aber gegen eine Sprachvermischung und für "Sprachinseln" aus.
Im Nachfolgenden beschrieb sie unterschiedliche Gesellschaftstrukturen, die einerseits von Kollektivismus andererseits von Individualismus geprägt sind. Diese wirkten sich auch auf die Identität von Kindern und Jugendlichen aus, und seien oft Grund des "Nicht-Verstehens" der Verschiedenen. In diesem Zusammenhang kamen auch Religion, Tradition und Inhomogenität von Kultur in den Blick.
Zum Abschluss stellte sie mit vielen Bespielen eine kultursensitive Elternarbeit in der Schule und in weiteren pädagogischen Handlungsfeldern vor.

Özlem Önder, die jahrelange Erfahrungen als Logopädin mit Familien mit Migrationshintergrund hat, selbst fließend zweisprachig ist (was der Kurs immer wieder hören konnte) und dazu mehrere Fremdsprachen spricht, lud zum Abschluss dazu ein: "Vergewissert Euch der eigenen religiösen, kulturellen, sozialen, familiären Prägung – Verständigung ist ein beidseitiger Prozess."


 
 
 
 
"Ich verstehe Dich nicht  - Was kann ich tun?"
 

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