Qualifikationskurs: „Interreligiöses Lernen und interreligiöse Kompetenz“ hat begonnen

Christliche und muslimische Religionslehrer*innen trafen sich unter der Moderation von Fereba Seleman (Verband muslimischer Lehrer*innen) und Ursula August (PI) zum ersten Modul im Pädagogischen Institut

Das 1. Modul des Qualifikationskurses „Interreligiöses Lernen und interreligiöse Kompetenz“
stand unter dem Thema “Fasten und Feiern – Ostern und Ramadan“ und nahm dabei zwei zentrale Feste der beiden Religionen in den Blick. Über ein Jahr werden die Teilnehmenden in 6 Modulen zusammenarbeiten.
Ralf Lange-Sonntag grüßte als Islambeauftragter für die Landeskirche, Birgül Bayram als Vorsitzende des Verbandes muslimischer Lehrer*innen: „Nicht übereinander, sondern miteinander reden und voneinander lernen“.
Naciye Kamcili-Yildiz (Seminar für Islamische Theologie und Islamische Religionspädagogik, Universität Paderborn) und Prof. em. Dr. Klaus Wengst (Ruhr Universität Bochum) führten in die theologischen Grundlagen der beiden Feste ein.

Klaus Wengst bezog sich in seinem Beitrag zum Thema „Auferstehung“ auf die Tora, den Talmud sowie die 4 Evangelien: „Die Widersprüche auf der historischen Ebene in den Ostererzählungen der Evangelien tun nichts zur Sache. Ihre „Sache“ ist Gottes lebendige Gegenwart im Wort, das Jesus als Auferweckten bezeugt . Gott, der Israel aus Ägypten befreit, der Jesus von den Toten auferweckt hat, bestreitet tödlicher Gewalt, letzte Fakten gesetzt zu haben, gibt Hoffnung gegen den Tod. Gott ist im Wort – und verspricht es zu halten.“
Naciye Kamcili-Yildiz führte in die koranischen Quellen zum Ramadan ein, zeigte die Rezeptionsgeschichte z.B. im osmanischen Reich, stellte die verschiedenen Ebenen des Fastens vor: individuell, spirituell, sozial. Zum Abschluss ging sie auf das Zuckerfest ein.

Am Nachmittag wurde der Bezug von Ramadan bzw. Ostern zu den Inhaltsfeldern in den Lehrplänen für den islamischen bzw. evangelischen RU hergestellt. Naciye Kamcili-Yildiz stellte außerdem „Betül und Nele feiern Bayram“ vor.

In kleinen schulspezifischen Gruppen erarbeiteten die Teilnehmenden schließlich sehr kreative interreligiöse Bausteine zum Thema Ostern und Ramadan. Es gab viele Ideen: Die Unterrichtseinheiten zu den Themen „Trauer und Trost“, „Leben und Gerechtigkeit“ „Soziale Verantwortung im Ramadan – soziale Verantwortung im Christentum“, Erstellung eines Ramadan -und eines Fastenzeitkalender vor Ostern, gemeinsam Feiern.
Ulrich Walter (PI) Villigst gab einen Einblick in das Buch: Aufeinander zugehen - gemeinsam Schätze teilen. Christliche und islamische Geschichten, Lieder und Ideen für die interreligiöse Begegnung in Kita und Schule.
Die Tagung schloss mit dem Verweis auf verschiedene Best-Practice-Beispiele aus dem Bereich der Sekundarstufe II und Berufsschule.

Zwei Stimmen von Teilnehmenden: „Ein sehr gefüllter Tag, mit neuen theologischen und interreligiös-didaktischen Erkenntnissen“. „Das macht Lust auf Mehr…“

Das zweite Modul findet am 29.und 30. Juni statt. Dann wird es  um die „Hermeneutik und den Umgang mit den Heiligen Schriften“ gehen. Dazu werden Prof. Dr. Martin Leutzsch (Biblische Theologie, Ev. Fakultät Paderborn) und Markus Gerhold (Islamstudien, Universität Gießen) referieren.


 
 
 
 
Qualifikationskurs:  „Interreligiöses Lernen und interreligiöse Kompetenz“ hat begonnen
 

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