Religion braucht Bildung und Bildung braucht Religion

Prof. Wolfgang Huber, der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD hält den Hauptvortrag zum Thema des „Tages für Lehrerinnen und Lehrer“.

Hier einige wesentliche Aussagen aus dem Vortrag kurz zusammengestellt. Sobald wir den Vortrag von Prof. Huber haben, werden wir ihn zur Verfügung stellen.

Ev. Kirche ist eine Kirche der Freiheit, weil sie im Geist der christlichen Botschaft handeln und neue Wege gehen kann. Die Grundregel der ökumenischer Hermeneutik lautet: „Wenn uns selbst etwas wichtig ist, sollen wir immer damit rechnen, dass auch anderen etwas wichtig ist.“

Worin besteht der Kern des reformatorischen Aufbruchs? Die Reformation ist ein vielschichtiges Geschehen mit einem einfachen Ursprung. Es ist inhaltlich konzentriert auf die Erkenntnis des gnädigen Gottes. Sie hat Vorreformatoren, die in ihrem Einfluss mitgedacht werden müssen.

Das Evangelium bestimmt das Wesen einer Kirche, die sich auf die Reformation beruft. Evangelisch ist keine Frömmigkeitsrichtung, sondern die Bereitschaft auf das Evangelium zu hören. Die Reformation beginnt mit der reformatorischen Entdeckung und Luthers Frage nach dem gnädigen Gott. Luther musste die Frage verändern. Sie durfte nicht lauten: Wie bekomme ich einen gnädigen Gott? Erst als Luther die Frage anders stellte, fand er bei Paulus die reformatorische Antwort. Luther fragte: Wie erweist Gott sich als ein Gnädiger?
Die Antwort auf diese Frage hat Konsequenzen. Niemand muss sich seinen Lebenssinn erarbeiten, er wird ihm im Glauben geschenkt. Jeder Mensch ist mehr, als er selbst aus sich macht. Das christliche Leben bekommt dadurch als Vorzeichen die „Dankbarkeit“. Als Frucht wächst aus dieser die „Liebe“. Sie ist die tätige Umsetzung der angenommenen Gnade.

Mit der Neuentdeckung des Evangeliums ging die Neuentdeckung der Bildung Hand in Hand. Aus der „höheren“ Bildung wurde eine „Volksbildung“. Der Zugang zur Bildung sollte für alle offen sein. Und Luther forderte die Menschen auf, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Zum Glauben gehört, zur Bildung für diejenigen beizutragen, für die man verantwortlich ist. Das gilt für alle Kinder, Angestellte, Familienmitglieder, usw. Und diese Bildung muss Bildung für alle sein und Raum und Platz für die Selbständigkeit haben.

Das Recht auf Bildung ist ein Wert an sich selbst, der im Wesen des Menschen an sich liegt. Bildung darf sich nicht an dem gesellschaftlichen Bedarf orientieren. Es geht um die Bildung zum Menschen. Bildung hat eine Verantwortung für die Humanität. Bildung darf nicht verzweckt und instrumentalisiert werden.

Bildung ist Vermittlung von Wissen und Anleitung zum selbständigen und selbstverantwortlichen Leben. Bildung ist das Studium der Quellen und der kommunikative Austausch darüber. Es geht um ein Wissen, damit man sich in der Welt zu Recht findet. Es ist ein Instrumentalwissen und ein Orientierungswissen. Letztlich geht es um die Befähigung von seinen Talenten Gebrauch zu machen. Bildung muss Lebenslauforientiert verstanden werden. Bildung ist für die Frage der Integration unverzichtbar. Verantwortung muss gelernt werden. Hier hat der RU eine unverzichtbare Rolle und Funktion.


 
 
 
 
Religion braucht Bildung und Bildung braucht Religion
 

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