Chronik der Kampagne

Die Kampagne hat einen festgelegten Verlauf und umfasst den Zeitraum Juni 2008 bis November 2009. Von der westfälischen Landeskirche organisiert gab es bestimmte Zentralaktionen, die als Impuls dienen sollten, vor Ort aktiv zu werden. 

1.    Kindergipfel der Evangelischen Jugend
       von Westfalen (6. bis 8. Juni 2008)


Die Kampagne „Lasst uns nicht hängen!" gegen Kinderarmut hat mit dem Kindergipfel begonnen.
Kinder gaben den Erwachsenen einen Auftrag.
Seitdem werden die Kinderresolution und Kinderpostkarten in Kirche und Gesellschaft verbreitet (Zentralort Villigst).

Politische These: Es ist Zeit zu handeln - Kinder rufen Erwachsene auf, sich gegen Kinderarmut einzusetzen.

Im Folgenden wird der Verlauf der Kampagne so beschrieben, dass der Bezug der einzelnen Schwerpunkte zu den Festen des Kirchenjahres deutlich wird. Es werden jeweils
1. der biblische Bezug und das Schwerpunktthema,
2. eine politische These sowie
3. mögliche Schwerpunkte bei den Aktivitäten in den Gemeinden und Kirchenkreisen benannt.
In den angegebenen Zentralorten findet jeweils eine landeskirchenweit öffentlichkeitswirksame Veranstaltung statt.
 
2.    Einschulung

„Was ihr für eines dieser meiner geringsten Geschwister getan": Der Präses packt am 13. August in der Volkening-Grundschule Bielefeld die „Schultüte der Probleme" aus - in Anwesenheit des Schirmherrn Christoph Biemann, Autor und Moderator in der „Sendung mit der Maus" (Zentralort Bielefeld).

Politische These:
Kinderarmut ist nicht auf materielle Unterversorgung begrenzt, sondern sie ist mangelnde Teilhabe an der Gesellschaft - im Extremfall Ausschluss davon.

Zeitraum: 13. August bis 27. September 2008

Die Forderungen der Kinder werden in die Kirchengemeinden transportiert. Die Gemeinden ergreifen die Initiative, um in den Kommunen Bündnisse gegen Kinderarmut zu gründen und die Bevölkerung breit über die Probleme und ihre Hintergründe zu informieren.

Bilder der Zentralveranstaltung Schultüte am 13.08.2008

3.    Erntedank

„Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen": Jedem Kind in der öffentlichen Bildung, Erziehung und Betreuung eine warme Mahlzeit (Zentralort Hagen).

Politische These: Jedes Kind hat das Recht auf ein kostenfreies Mittagessen in Einrichtungen der öffentlichen Erziehung, Bildung und Betreuung.

Zeitraum: 5. Oktober bis 22. November 2008

Der Evangelischen Jugend im Kirchenkreis Hagen ist es durch die Bündelung öffentlicher Zuschüsse, Beiträge anderer Familien und Sponsoren gelungen, für alle Kinder in ihren Offenen Ganztagsschulen ein Mittagessen anzubieten. Diesem Mut machenden Beispiel folgend werden Mittagstische in den evangelischen Kindertagesstätten und Offenen Ganztagsgrundschulen organisiert.

Hier gehts zu den Berichten über diese Aktion.

4.    St. Martin

„Und teilte den Mantel": Kleidung (Zentralort Gelsenkirchen).

Politische These: Jedes Kind hat das Recht auf saubere, eigene, der Jahreszeit angemessene Kleidung.

Zeitraum: 11. bis 30. November 2008

In den Kirchengemeinden bzw. Kommunen werden Kinderkleidertauschbörsen im Herbst und im Frühjahr angeboten. In den evangelischen Kindertagesstätten finden Martinsumzüge statt, in denen kreativ mit der Forderung nach eigener Kleidung umgegangen wird.

Hier gehts zu den Berichten über diese Aktion.

5.    Advent und Weihnachten

„Wir warten auf das Kind" (Zentralort Münster).

Politische These:
An Heiligabend feiert die Christenheit die Geburt des Erlösers, geboren in Armut und aufgewachsen auf der Flucht. Jedes Kind braucht einen guten Start ins Leben.

Zeitraum: 30. November bis 26. Dezember 2008

In den Gemeinden, besonders aber auch in den evangelischen Familienbildungsstätten, werben wir für eine wirksame Armutsprävention von Anfang an (zum Beispiel mit dem Dormagener Modell - hier ein pdf mit dem Konzept dazu).

Zum Bericht und den Fotos der Veranstaltung.


6.    Epiphanias

„Bekehre das Herz der Eltern zu den Kindern": Jedes Kind hat das Recht auf Bildung, auch in einer gespaltenen Gesellschaft (Zentralort Paderborn).

Politische These: Zu einer gelingenden Bildung aller Kinder gehört, dass sie gemeinsam länger lernen. Dazu gehört auch ein flächendeckendes Ganztagsangebot sowie Lehr- und Lernmittelfreiheit.

Zeitraum: 6. Januar bis 24. Februar 2009

Dem Beispiel eines ökumenischen Partners (Evangelische Kirche in Hongkong) folgend, werden durch die Kirchengemeinden in den Kommunen ein kostenfreier Nachhilfeunterricht organisiert und Schulmaterialienkammern eingerichtet.

Zum Bericht und den Fotos der Veranstaltung.


7.    Aschermittwoch bis Gründonnerstag

„Auf dass kein Kind verloren gehe": Armut macht krank (Zentralort Siegen).

Politische These:
Jedes Kind hat das Recht auf eine gesunde Ernährung und gesundheitsfördernde Bewegung.

Zeitraum: 25. Februar bis 9. April 2009

Das Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen gibt einen Fastenkalender „Weniger is(s)t mehr" heraus, in dem sich Anregungen für
kindgerechtes Spielen und Bewegen sowie einfache und doch gesunde Rezepte finden. Die Rezepte der Kinder des Kindergipfels werden natürlich
berücksichtigt.

Zum Bericht und den Fotos der Veranstaltung.


8.    Ostern und Taufe


„Und stellte ein Kind in die Mitte": Einladende Gemeinde für Kinder und ihre Eltern werden (Zentralort Lübbecke).

Politische These: Wir wollen als Kirche „mit Kindern neu anfangen".

Zeitpunkt: 12./13. April 2009

In den Gemeinden wird die bereits angelaufene Kampagne „Mit Kindern neu anfangen" vorgestellt. Eigene Handlungsmöglichkeiten werden verabredet. Ein Mut machendes Beispiel: In Hagen hat eine Pfarrerin nachgefragt, warum Kinder nicht getauft werden. Sie erhielt zwei Antworten: persönliche Gründe (Großmutter verstorben, usw.) und kein Geld für die Familienfeier.

Aufgabe: Wir verschaffen uns Klarheit!

Zum Bericht und den Fotos der Veranstaltung.

 9.    Konfirmation

„Damit sie das Leben in Fülle haben": Evangelische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen als Ort der Gleichaltrigensozialisation (Zentralort Hamm).

Politische These: Jedes Kind hat das Recht, Geschenke als Zeichen der Wertschätzung anzunehmen, ohne dass der Staat bei Hartz IV-Empfangenden darauf Zugriff hat. Jedes Kind hat das Recht, dass ihm trotz der Kosten die Teilnahme an der Konfirmandenarbeit ermöglicht wird.

Zeitraum: 19. April bis 17. Mai 2009

Die Kirchenkreise kalkulieren die Kosten der Ferienfreizeiten so, dass 20 Prozent der Teilnehmenden kostenfrei reisen können. Arme Kinder bzw. Jugendliche nehmen an der Konfirmandenarbeit (Lehr- und Lernmittel, Freizeiten) kostenfrei teil.

Zum Bericht und den Fotos der Veranstaltung.

10.    Pfingsten

„Denn ein jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache": Die eine Kirche mit den vielen Zugängen (Zentralort Vlotho).

Politische These: Die Zivilgesellschaft übernimmt  Verantwortung. Die Kampagne stellt begeisternde Aktivitäten aller Ebenen vor und legt sie Kindern zur Begutachtung vor.

Zeitpunkt: 31. Mai/1. Juni 2009

Zum Bericht und den Fotos der Veranstaltung.


11.    Sommerzeugnisse

„Prüfet alles und das Gute behaltet": Über die Lern- und Handlungsbereitschaft der Erwachsenen in unserer Gesellschaft (Zentralort Dortmund).

Politische These: Kinder haben ein Recht auf bestmögliche Förderung in der Schule, unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft.

Zeitpunkt: 27./28. Juni 2009
(Achtung: in der ersten Druchausgabe des Handbuches steht fälschlicherweise 27./28. Juli. Juni ist korrekt.)

Im Rahmen von Kinderfesten zum Schuljahresschluss bekommen Schulen, Kindertagesstätten, Gemeinden und kommunale Einrichtungen (Spielplätze, Stadtbüchereien, Schwimmbäder usw.) Zeugnisse von Kindern.

Zum Bericht und den Fotos der Veranstaltung.


12.    Weltkindertag

„Und stellte sie in die Mitte": Kinder überprüfen die Kampagne und beraten kirchliche und politische Entscheidungsträger (Zentralort Haus Villigst).

Politische These: Kinder in unseren Gemeinden - Kinder in der Welt: Verankerung der UN-Kinderrechte in der Verfassung.

Zeitpunkt: 20. September 2009

Der Weltkindertag stellt die UN-Kinderrechte in die Mitte aller Gottesdienste und Gemeindefeste: „Der Gute Rat" für Kirchen- und Kommunalgemeinden.


13.     Ökumenische Konsultation (Anfang November 2009)

Die ökumenischen Gäste nehmen Stellung zu unserer Kampagne im Prozess gegenseitigen Lernens.


14.    Landessynode 2009 (9. bis 13. November)


Die Landessynode nimmt die während der Kampagne entstandenen Initiativen zur Kenntnis und positioniert sich

  • zu politischen Forderungen;
  • zu Selbstverpflichtungen der Gemeinden;
  • zu Selbstverpflichtungen der Kirchenkreise;
  • zu Selbstverpflichtungen der Landeskirche.

Zum Bericht der Landessynode.

 
 
 
 
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