Zentralveranstaltung in Münster

Kinder brauchen einen guten Start

Evangelische Kirche von Westfalen macht deutlich: Jedes Kind hat das Recht auf einen guten Start ins Leben - von Anfang an.

Münster/Westfalen. Mit durch die Innenstadt von Münster wandernden Riesenballons und an vielen Orten zu einem gemeinsamen Zeitpunkt aufsteigende bunten Gasballons wurde daran erinnert: Kinder brauchen einen guten Start ins Leben. Mit dieser Aktion in Kooperation mit dem Kirchenkreis Münster setzt die Evangelische Kirche von Westfalen die Kampagne „Lasst uns nicht hängen!" - Gegen Kinderarmut fort.

Die Besucher der Innenstadt Münster wurden an diesem Samstag vor dem ersten Advent Zeugen einer bunten Aktion. Vor der Apostelkirche postierten sich Schüler und Schülerinnen des Rats- und des Johann-Conrad-Schlaun Gymnasiums mit Spruchbändern die an Gasballon hingen und verkündeten: Kinder brauchen einen guten Start. Zeitgleich wanderten Jugendliche mit Riesenballons auf denen dieser Satz und das Kampagnen Logo mit der am Schanz hängenden Maus, das Markenzeichen der Kampagne, zu sehen waren, durch die Straßen der Altstadt.

Punkt 11:30 Uhr stiegen alle diese Ballons in den Himmel um zu symbolisieren: ein guter Start ist wichtig, denn die Startbedingungen von Kindern ins Leben sind weichenstellend für deren Zukunft.
Die Schülerinnen und Schüler hatten sich im Vorfeld in ihren Ev. Religionskursen mit der Kampagne der Landeskirche auseinandergesetzt und wussten, dass nicht alle Kinder die Chance zu einem guten Anfang haben. Auch in Münster.

So konnten sie selbst Auskunft geben, als sie die Ballon mit roten Zetteln an Passanten verteilten. Kinder erleben Armut auf ganz eigene Weise: Nicht an Freizeitgestalltung teilnehmen zu können, die für andere selbstverständlich ist. Nicht die Art von Geburtstagen ausrichten zu können, die andere feiern. Nicht zu wagen, einen Wunschzettel zu schreiben. Dies war unter anderem auf diesen Zetteln zu lesen.
Zusätzlich erhielten die Besucher der Innenstadt eine Postkarte mit der Kinderresolution, die im Juni von 500 Kindern des Kindergipfels unterzeichnet wurden und den Start der Kampagne markierte.

Anlässlich der beginnenden Adventszeit, in der die Christinnen und Christen auf „das Kind" warten, greift die Kampagne „Lasst uns nicht hängen!" die Armutsprävention bei Kindern auf.

„Wir nehmen mit Sorge wahr, dass sich die Lebensbedingungen für Kinder verschlechtert haben" so Prof. Dr. Dieter Beese, Superintendent des Kirchenkreises Münster, der die Aktion begleitete. Durch die Taufe würde Gottes persönliche Zuwendung für alle Kinder symbolisiert, und so nehme die Kirche an dieser Stelle eine besondere Verantwortung wahr in Krabbelgruppen, Kindergärten, der Beratung bei Problemen und Konflikten und anderen kirchlichen Angeboten. „Es ist an der Zeit", so Beese, „eine notwendige Armutsprävention bei Kindern stärker in den Blick zu nehmen".

„Hier in Münster hat man begonnen sich diesem Thema zu stellen" begrüßte Landesjugendpfarrer Udo Bußmann, landeskirchlicher Vertreter der Kampagne, die Aktivitäten des Kirchenkreises Münster, die im Anschluss an die Aktion vorgestellt wurden.

Dazu zählen beispielsweise die Begleitung von jungen Müttern durch Hebammen oder auch die Arbeit mit Konfirmanden zum Thema "Finanzkompetenz" der Ev. Andreas Gemeinde Coerde (vorgestellt durch Pfarrer Frank Beckmann), oder auch die Spielgruppe für junge Mütter und ihre Babys „SAPALOTTI!" der Evangelischen Beratungsdienste (EBD). Erfahrungen aus der Schwangerschaftsberatung haben gezeigt, dass der Bedarf an einer Begleitung von Kleinkindern dieser Art auch in Münster gegeben ist, erklärte Martina Braese, Mitarbeiterin der EBD.

Ebenfalls von dieser Einrichtung wird das Projekt "Stärkung der Finanzkompetenz von Jugendlichen und deren Familien mit Migrationsvorgeschichte" angeboten.
Wie der leitendene Theologe der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, zum Auftackt der Kampagne erklärte, läßt sich Armut nicht nur auf materielle Unterversorgung reduzieren. Sie ist mangelnde Teilhabe an der Gesellschaft - im Extremfall als Ausschluss, so Buß im Juni. Ganz in diesem Sinne wurde in Münster auch das Projekt "Lesen und Bücher" vorgestellt. In Kooperation mit der Stadtbücherei sollen Aktionstage zum Thema angeboten werden, die Kinder und deren Eltern Bücher näher bringen. Grundlage dieses Angebotes ist das Wissen um den Zusammenhang zwischen Kinderarmut, Bildungsferne und Bildungsgrechtigkeit.

Geplant ist des Weiteren ein „Sozialer Zukunftskonferenz" angestoßen durch den Ausschuss für Gesellschaftliche Verantwortung des Kirchenkreises, unter Beteiligung eines breiten Bündnisses zwischen dem Sozialdienst Katholischer Männer (SKM), dem Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband und der EBD, für den bereits die Kaufmannschaft Prinzipalmarkt, die Einzelhändler Bahnhofsviertel, die Wirtschaftsförderung der Stadt Münster und verschiedene andere Einrichtungen der Stadt gewonnen werden konnten, wie Bernd Müller (Ausschuss für Gesellschaftliche Verantwortung) mitteilte.

Die Kampagne „Lasst uns nicht hängen!" - Gegen Kinderarmut der Evangelischen Kirche von Westfalen soll die Mitverantwortung in Kirche und Gesellschaft bewusst machen und Hintergründe und Folgen von Kinderarmut zur Sprache bringen. Den Start hatte die Kampagne im Juni diesen Jahres, als 500 Kinder des Kindergipfels der Evangelischen Jugend von Westfalen den Verantwortungsträgern der westfälischen Landeskirche eine Kinderresolution zu Kinderarmut übergaben und fordert: „Ihr Erwachsenen - tut endlich etwas!"

Die Aktion in Münster ist die fünfte von vierzehn Stationen die die Kampagne bis November 2009 durchläuft bis auf der Landessynode, dem höchsten Entscheidungsgremium der Evangelischen Kirche von Westfalen, 2009 Zeichen gegen Kinderarmut gesetzt und Forderungen an die Politik beschlossen werden sollen.

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