Zentralaktion am 22. April in Lübbecke

- Kinder haben das Recht auf eine einladende Gemeinde!

Kinder protestieren gegen Kinderamut

Ob mit roter Mütze, oder gelber, blauer oder weißer Mütze, schon von weitem konnte man die Kinder der Lübecker, Gehlenlecker, Nettelstedter und Blasheimer Kindergärten erkennen. Hand in Hand zogen sie fröhlich diszipliniert durch die Lübbecker Innenstadt und machten auf Kinderarmut aufmerksam. Darunter auch Emre, Lea, Paul und Fatunata. „Wir wollen nicht, dass Kinder arm sind", sagte Paul. „Aber es ist auch ein Spaziergang. Dass Kinder Essen brauchen und Bildung, Bewegung, Spaß und Anerkennung, konnten die kleinen Demonstranten auf dem Kirchplatz und dem Burgmannshof erfahren. Bauer Arping hatte Äpfel und Bananen gestiftet, es gab Käse und Weintrauben, aber auch Trinkpäckchen. Bücher lagen aus und trotz der kühlen Witterung ließen sich die Kinder die Freude am Tun und Spielen nicht verderben. Sie genossen es einmal ganz im Mittelpunkt zu stehen. Philipp, Kilian, Fynn und Felix aus der Ev Kita Gehlenbeck hatten sich den großen Stein erobert. Die Protestveranstaltung wird mit einem Gottesdienst unter dem Thema wie Jesus reich macht abgeschlossen.

Am Ende gibt es Mäusebrötchen für alle. Im Pressegespräch freute sich Dr. Becker darüber, dass so viele Mäusebrötchen verkauft wurden. „Wir haben bisher 3500 Tüten gemacht, die sind schon wieder bald aufgebraucht." Sagte Dr. Becker und er fuhr fort: „In den Tageseinrichtungen gibt es Gutscheine, eine Spielzeugbörse, Firmen sponsern warme Mahlzeiten. Kirchengemeinden helfen durch ihren Sozialfond, Zuschüsse werden zu Konfirmation, Freizeiten und „für wo am nötigsten" gewährt. Leider machen die Kirchengemeinden immer wieder die Erfahrung, dass die Armut versteckt und vertuscht wird. Es ist vielen unangenehm sich einzugestehen, dass sie arm sind." Hans Martin Lübking von der Aktion „Mit Kindern neu anfangen" sagte: „Mich hat elektrisiert, dass die Unterschiede, die die Kinder in der Grundschule mitbringen, in der ganzen Schulzeit nicht aufgeholt werden können. Darum müssen wir früh anfangen, uns um Kinder zu kümmern. Kein Kind soll verloren gehen. Und für mich bedeutet die Osterzeit: Leben hat Aussicht. Jedes Kind ist ein Gedanke Gottes und es gibt eine Perspektive für jedes Kind. Darum ist die Aktion in Lübbecke ein Signal. Mit Kindern zu arbeiten hat Perspektive für das Leben." Landesjugendpfarrer Bußmann fragte: „ Was brauchen Kinder, damit sie die Fülle des Lebens - gerechte Teilhabe- erlangen können? Und wie können wir dabei helfen, dass sie genau dies bekommen?" Neben materiellen Dingen wie warme Mahlzeit, Plätze in Kitas und offenen Ganztag, Zugang zu Computern, seien auch Liebe, Geborgenheit und Anerkennung von entscheidender Bedeutung. Sabine Linz- Struckmeier von der Tafel Lübbecker Land zeigte praktisch auf, was Armut in Deutschland bedeuten kann. „Es gibt Kinder, die können keine Suppe oder Nudeln essen, weil sie nicht wissen wie das geht." Die Tafel versorge 549 Kinder. „Einem Kind in Deutschland, deren Eltern in einkommensarmen Verhältnissen leben,... stehen nur 2,64 Euro für Essen und Trinken pro Tag zur Verfügung." Wer kann davon mindestens 3 Mahlzeiten für sein Kind zubereiten? Jedes vierte Kind in NRW lebt in einkommensarmen Verhältnissen. Der Landrat Dr. Ralf Niermann und die Lübbecker Bürgermeisterin Susanne Lindemann unterstützen die Aktionen und bedankten sich bei der Kirche für die vielfältige Zusammenarbeit.

Bericht: Christine Scheele, Kirchenkreis Lübbecke

Recht auf Bildung!
Recht auf Essen!
Recht auf Bewegung!
 
 
 
 
Ostern und Taufe
 

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