Zentralveranstaltung in Dortmund am 27.06.09

Aktionstag gegen Kinderarmut

3900 Unterschriften gegen Kinderarmut

Politik zum Handeln aufgefordert

Genau 3870 Unterschriften gegen Kinderarmut hat die Evangelische Kirche in den letzten Wochen gesammelt. Im Rahmen eines Aktionstag der landesweiten Kampagne „Lasst uns nicht hängen" gegen Kinderarmut hat Superintendent und VKK-Vorstandsvorsitzender Jürgen Lembke sie an Waltraud Bonekamp, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie übergeben.

„Bevor wir Forderungen an die Politik gestellt haben", so Lembke, „haben wir erstmal in unseren Gemeinden geschaut, was wir selbst tun können." Kostenlose Teilnahme an Jugendangeboten, preiswertere Freizeitmöglichkeiten und kostenfreier Konfirmandenunterricht - das waren einige Selbstverpflichtungen, die Lembke nannte.

Mitten im Herzen der City, auf dem Vorplatz der St. Reinoldikirche, gab es am Samstag, 27. Juni, ein Anti-Armutsprogramm für Kinder und Erwachsene: Kinder stellten ausgewählte Postkarten der Aktion „Deine Stimme gegen Kinderarmut" vor. Zusammen mit Passanten erstellten sie ein Riesenzeugnis zur Situation der Kinder in Dortmund.

„Man nennt uns evangelisch, aber wir heißen auch Protestanten. Und heute protestieren wir gegen den Skandal der Kinderarmut." Mit diesen Worten eröffnete Paul-Gerhard Stamm, Superintendent des Kirchenkreises Dortmund-Mitte-Nordost den Aktionstag. „Es ist ein Armutszeugnis, das wir in einem der reichsten Länder der Welt Kinderarmut beklagen müssen", so Stamm weiter. Er forderte dazu auf, dieses Problem wahrzunehmen, ernst zu nehmen und zu bekämpfen. „Gerade jetzt vor den Kommunalwahlen betone ich: die Kommunalpolitiker haben eine Verantwortung für die Armen dieser Stadt." E sei gut, dass es direkt vor Ort kleine Initiativen gebe, die sich um arme Kinder kümmern, ergänzte Landesjugendpfarrer Udo Bußmann. „Doch es ist auch notwendig, dass strukturell etwas geändert wird."

Nach Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung leben gegenwärtig 2,5 Millionen Kinder in Armut oder sind davon bedroht, die Tendenz ist steigend. In NRW sind es - laut Sozialbericht 2007 - 800.000 Kinder und Jugendliche. Drei von zehn Dortmunder Kindern leben in Familien „ohne oder ohne ausreichendes Erwerbseinkommen", so der Dortmunder Sozialbericht. Knapp 24.000 Kinder unter 15 Jahren sind hier arm.

Stellvertretend für viele Kinder formulierten Maria, Lena und Lennert die Forderungen der Kinderarmutskampagne: „Alle Kinder brauchen Nahrung, Kleidung, ein Zuhause, Liebe und Anerkennung".

 

Text: Uwe Bitzel, Öffentlichkeitsarbeit VKK Dortmund

 
 
 
 
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