Inklusive Bildung als ev. Verantwortung - EKD-weite Tagung

Annedore Prengel, Professorin aus Potsdam

Hofgeismar Januar/Februar 2013

Inklusion pädagogisch

Annedore Prengel geht in ihrer Vorstellung von Inklusion davon aus, dass diese realisiert wird, wenn es gelingt Heterogenität zu verwirklichen.

Heterogenität ordnet verschiedenes nicht einander unter, sondern lässt es gleichberechtigt miteinander stehen. In einem Patchwork Kunstwerk stehen alle Einzelteile in spannungsreicher Beziehung zueinander. Alle Teile entwickeln ihre Strahlkraft und doch ist das Kunstwerk ein Ganzes aus vielen Teilen.

Inklusion bedarf der doppelten Anerkennung als Gleich und als Verschieden. Als Menschen sind alle Menschen gleich und doch sind sie in ihrem Wesen, ihren Fähigkeiten individuell verschieden.

Vielschichtigkeit ist ein anderes Kennzeichen von Heterogenität. Menschen tragen viele Schichten ihrer Vergangenheit, ihrer Kultur und ihrer Persönlichkeit in sich.

Inklusion ist quasi die Realisierung von Komplexität. Sie lebt mit dem Unbegreiflichen, setzt sich auseinander mit dem Unbegreiflichen. Inklusion weiß, es ist nicht alles erklärbar und verstehbar.

Das macht Inklusion zu einem Bruchstück. Sie ist nicht vollkommen, ebenso wie wir Menschen.

"Prozesse sind auch durch Paradoxien gekennzeichnet"
Dr. Peter Wachtel

Dr. Katharina Kammeyer, TU Dortmund

Inklusion Theologisch

Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde.
Diese biblische Aussage beschreibt den Menschen als ein Wesen, dass Schmerz und Glück seiner Mitmenschen fühlen kann. Der Mensch kann in Beziehung treten zu sich und anderen, er kann die Grenzen seines Lebens erfahren und - wie Gott selbst - spüren, dass auch seine Sterblichkeit Grenzen hat.

Ebenbild trifft Ebenbild
In der Begegnung mit Jesus trifft der Gottesohn auf sein Ebenbild den Menschen. Jesus verschiebt Grenzen, indem er Menschen, die nicht miteinander sprechen in Kontakt bringt, er verwandelt Menschen, er hebt Ausschlusskriterien von Menschen auf und erwählt Menschen als Vorbilder.
Jesus realisiert die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Das ist Inklusion.

Verschiedenheit ist veränderbar
Aus und in der Bibel kann Inklusion lernen, dass nichts so bleiben muss, wie es ist.  Feinde können miteinander in Beziehugn treten, Menschen können miteinander über ihre Sprachbarrieren hinaus sprechen, viele finden sich als Teil eines Ganzen, wenn sie etwas gemeinsam verwirklichen wollen.

 Als Fazit der Tagung kann nur der Satz stehen:
Es geht um das "Wie" und das ist nicht vollkommen, sondern ein Prozess, der gelingen und die Gesellschaft veranändern kann.

"Inklusion ist keine Frage der Schulpolitik, sondern es geht darum ein Menschenrecht umzusetzen."

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