Peace Counts – Frieden zählt

„Peace-Counts – Frieden zählt“… aber wie holt man ihn in den Unterricht?

Oder wie wird man selbst Teil der Peace-Counts-Bewegung, die weltweit Friedensorte und Peacemaker dokumentiert, um sie als Gegenbeispiele Krieg und Gewalt entgegenzusetzen? Mit diesem Arbeitsauftrag ging das Tagungsteam bestehend aus Christine Schuch (PI), Ursula August (PI) und Hagen Klein (BA KK Bochum), online in den Fortbildungstag.

Zunächst lernten die Religions- und Politiklehrer*innen per Video Beispiele für Friedensorte kennen: Die Organisation „Breaking the Silence“ z. B. ermöglicht auf Reisen ins Westjordanland das Gespräch mit israelischen Soldaten und palästinensischen Zivilisten.
Nach einem überstandenen Bürgerkrieg sind Geschichtenerzähler entlang der Elfenbeinküste unterwegs, landauf, landab neue Friedensgeschichten zu erzählen. Der heimische Fernsehsender zeigt wöchentlich Frieden-Shows, die Versöhnung zwischen den Parteien stiften sollen… 

Im folgenden Theorieteil ging es dann um die Auseinandersetzung mit den friedenspädagogischen Methoden der Peace-Counts-Bewegung, um aktuelle Alltagsbezüge wie konkrete Zielsetzungen. Wie funktioniert hier biographisches Lernen? Wie stellt man offene Lernräume her? Wie müssen Begegnungen und Beziehungen gestaltet sein, dass sie zu einem gemeinsamen Friedenshandeln führen?
Ausprobiert haben das die Teilnehmer*innen am Ende der Fortbildung selbst. Es hieß: „Findet euren persönlichen Friedensort. Macht ein Foto davon. Stellt ihn vor und lasst uns unsere Friedensorte in einer Kunstaktion in einer gemeinsamen Fotocollage zusammenführen“.

Gesagt, getan, die Fotos sind individuell und vielfältig. Sie zeigen die Dresdener Frauenkirche, einen knienden Willi Brandt, eine Gemeinschaftsdusche oder auch eine Bushaltestelle, auch den Garten der Religionen in Bad Lippspringe. Alles Friedensorte für die Teilnehmer*innen, an denen sich Konflikte lösen, an denen gedacht, erinnert oder auch ein Perspektivwechsel initiiert wird. Die Fotocollage war am Ende aber nicht nur eine gelungene Kunstaktion, sondern ist auch aufgrund ihrer Größe von 120 x 90 cm ein echter „Hingucker“ und ein Beispiel dafür, wie man Friedensarbeit ins Bewusstsein der Schulgemeinde rücken kann.

Hagen Klein

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Datum: 23.03.2021