Erholsame Herbstferien

Gemeinsam im Angesicht Gottes feiern – geht das?

Wie eine Teilnahme an den Jahreskreisfesten der jeweiligen Religionen an der Schule aussehen könnte – damit befasste sich das 4.te Modul des Qualifikationskurses „Interreligiöses Lehren und Lernen“.

Die Tagung begann mit einer Einführung zum Aschura-Fest, die von Fereba Seleman moderiert und mit Materialien und Entwürfen von Nagihan Varol unterlegt war.  

Ursula Sieg, Theologin und Erziehungswissenschaftlerin (vormals PI der Nordkirche, Fortbildung im christlich-jüdischen und christlich-islamischen Dialog an der Hartford-Universität, USA) begann ihren Beitrag mit grundlegenden Überlegungen zur Bedeutung der Feste für die Einzelnen, die Gesellschaft und die Religionen. Die Chance für Dialog und Begegnung stellte sie am Beispiel des Weihnachtsfestes vor. In diesem Kontext kamen auch Unterrichtsentwürfe und Liturgische Texte zu „Maria“ und den „drei Weisen“ in den Blick. Die Tagungsgruppe beschäftigte sich im Folgenden mit einem interreligiösen und interdisziplinären Unterrichtsentwurf zum Thema „Identität“ am Beispiel des Schabbat. Ursula Sieg ging dabei auch auf das Thema „Identität“ im Kontext von Antisemitismus ein.

Dr. Naciye Kamcili (Universität Paderborn, Fakultät für islamische Religionspädagogik) referierte über verschiedene Feierformen im interreligiösen Dialog. Sie zeigte Anknüpfungsmöglichkeiten für christliche Schüler*innen am Beispiel des Ramadan und Opferfestes auf.

Dabei stellte sie auch die beiden von ihr mitverfassten Kamishibai „Nele und Betül feiern Ramadan – Nele und Betül feiern Opferfest“ vor. Sie verdeutlichte die dahinterstehende Konzeption für interreligiöses Lernen im Bereich der Elementarpädagogik und Grundschule.

Schulpfarrerin Britta Möhring (Moderation) verwies in ihrer Andacht auf die Aktion #beziehungsweise – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland  – und zeigte Verbindungslinien zwischen Sukkot und Erntedankfest auf.

Auch in diesem Modul konnten die Teilnehmenden wieder an den Gebetszeiten der Muslime, bzw. am Abendsegen und an der Morgenandacht teilnehmen.

„Interreligiöses Lernen an Festen: Nicht pendeln zwischen dem Eigenem und dem Anderen/Fremden, sondern zwischen Eigenen und Gemeinsamen“ – so fassten Ursula August und Birgül Karaarslan – in Anlehnung an Ursula Sieg – das Fazit der Tagung zusammen.

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Datum: 17.09.2021