Wunderschöne Herbstferien

Nachgeholt! Geschafft! Gesichert!

Der BRU geht engagiert und qualifiziert auf die Lebenssituation von Jugendlichen nach Corona ein

„Die institutionelle Unterstützung für Jugendliche muss verbessert werden!“, forderte Dr. Kris-Stephen Besa von der Universität Münster beim Studientag Berufsschulreligionsunterricht (BRU) am 6. September 2022 in Haus Villigst. Der erstmals wieder in Präsenz durchgeführte BRU-Tag, nahm unter dem Thema „Verpasst? Verschoben? Verunsichert?“ die Lebenslage junger Menschen nach Corona unter die Lupe und fragte nach den Herausforderungen für den Religionsunterricht an Berufskollegs.

Mit Blick auf das Erleben und die Lebenswelt von Jugendlichen nach Corona betonte der Bildungsforscher, dass für Heranwachsende das Empfinden, keinen Ansprechpartner zu haben, unmittelbar Auswirkungen auf den Umgang mit schwierigen Situationen mit sich bringe. Wer niemanden habe, mit dem er über seine Lage reden könne, empfinde die eigene Situation eher als ausweglos.

Für die ca. 30 Religionslehrer*innen fiel die Anwendung auf den Berufsschul-Religionsunterricht nach der sozialwissenschaftlichen Analyse nicht schwer. Aus Sicht der Teilnehmenden bietet gerade der Religionsunterricht Freiräume, um mit Schüler*innen über ihre persönliche Situation und über ihre Ängste ins Gespräch zu kommen und damit ein wichtiges Postulat der Bildungsforschung einzulösen.

Wie Gesprächsanlässe geschaffen und Unterrichtsgespräche strukturiert werden können, konnten die Teilnehmer*innen des Studientages in einer von Pfarrer Matthias Grevel geleiteten Arbeitsgruppe praktisch erproben. Als hilfreich für die Praxis wurden die Ausführungen des Traumapädagogen Dr. Thomas Leifeld angesehen, der aufzeigte, wie Traumata entstehen und wie mit diesen im Kontext von Schule umgegangen werden kann. Das Hoffnungsgeschichten der Bibel im Unterricht zielgerichtet eingesetzt werden können, um jungen Menschen Impulse für die Bewältigung ihrer Lebenssituation zu geben, wies ein Workshop von Pfarrer Hans-Peter Naumann auf.

Um auf Schüler*innen besser eingehen zu können, die in den Berufsfachschulen nach der Hauptschule einen höheren Schulabschluss erwerben wollen, wurde von den Teilnehmenden vorgeschlagen, im kommenden Jahr einen Studientag zu veranstalten, der Unterrichtenden einen Austausch über die besonderen Herausforderungen und unterrichtlichen Chancen der entsprechenden Bildungsgänge ermöglicht.

Das Resümee der Teilnehmenden fiel nach einem impulsreichen Studientag positiv aus, zumal durch die Pandemie die Begegnungsmöglichkeiten für Lehrkräfte sehr eingeschränkt waren. Pfarrer Ralf Fischer (Dozent des PI) und Pfarrer Edgar Wehmeier (Bezirksbeauftragter), dankten den Referenten und Teilnehmenden für den lebendigen Austausch, der die unterrichtlichen und seelsorgerlichen Herausforderungen des BRU's nicht nur aktuell mit Bezug auf sozialwissenschaftlichen Erkenntnisse beschrieb, sondern auch didaktisch-methodische Impulse für den Schulalltag gab.

Der Studientag wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband evangelischer Religionslehrkräfte an Berufsbildenden Schulen in Rheinland, Westfalen und Lippe e.V. (VRB) durchgeführt. Der nächste BRU-Tag findet im Jahr 2024 statt. Im kommenden Jahr findet ein bundesweiter Studientag statt.

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Datum: 13.09.2022