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Heilige Schriften und Jesus und Mohammed

Teilnehmende kommen zum zweiten und dritten Modul des Qualifikationskurses „Interreligiöses Lehren und Lernen in der Schule“ in Villigst zusammen

2. Modul

Am letzten November-Wochenende stand das Thema: „Schriften der Religionen – Bibel und Koran“ im Mittelpunkt.

Was bedeutet mir meine Schrift? Gibt es besondere Texte, die mir im Leben wichtig geworden sind? Welches Verständnis leitet uns bei der Auslegung und Aktualisierung? Diesen Fragen gingen die Kursteilnehmenden zu Beginn des zweiten Moduls unter der Tagungsmoderation von Dr. Ahmed Arslan (FAIR) und Ursula August (PI) nach. Nicht nur durch Gespräche, sondern auch mit Rezitationen, Liedern und Bildern erschlossen sie das Thema.

Am Folgetag begleiteten Prof. Dr. Martin Leutzsch (ehemals Biblische Theologie, Universität Paderborn) und Markus Gerhold M.A. (Leiter Zertifikatskurs für IRU Sek II und Lehrender in Islamischer Theologie, Universität Gießen) fachkundig aus theologischer Sicht. In ihren Beiträgen gingen sie auf die Gründungs- und Rezeptionsgeschichte, Kanonbildung aber auch auf Hermeneutische Fragestellungen zu Bibel und Koran ein. 

Wie die Bibel und der Koran in „interreligiösen Unterrichtseinheiten“ miteinander ins „Gespräch kommen“ können, entwickelten schließlich nach Schulformen / Jahrgängen zusammengesetzte Arbeitsgruppen. Jannika Haupt und Ursula August arbeiteten zu Entwürfen in der Sekundarstufe II / Berufskolleg und stellten dabei unter dem Thema „Hermeneutik“ Unterrichtseinheiten zu Isaaks / Ismaels Opferung / Bindung und Kain und Abel vor. Ulrich Walter „hob Schätze“ biblischer und koranischer Geschichten für die Primarstufe, Anja Weber und Dr. Ahmed Arslan stellten Material für die Sekundarstufe 1 vor.

3. Modul

Nur zwei Wochen später traf sich der Kurs erneut: Diesmal im adventlich geschmückten Tagungsraum. Das Thema des dritten Moduls: Jesus und Mohammed.

Mit einem Impuls zur Geburt Jesu und der Geburt Mohammed führte das Moderatorenteam Birgül Karaarslan (FAIR) und Ulrich Walter (PI) in das Modul ein. Prof. Dr. Martin Leutzsch und Dr. Bernd Ridwan Bauknecht gingen mit ihren Beiträgen auf die Schriftzeugnisse und historischen Überlieferungen, sowie die verschiedenen Biographien über Jesus und Mohammed ein. Sie zeigten, welche Bezeichnungen ihnen zugewiesen werden und wie der „Sitz im Leben“ der religiösen Gemeinden war / ist.

Bernd Ridwan Bauknecht verwies auf das Vorkommen Jesu im Koran als besonderen Propheten und die dazu überlieferte Geburtsgeschichte.

Im Austausch mit den Referenten diskutierten die Teilnehmenden Fragen zur Kreuzigung Jesu und der Anerkennung Mohammeds als Prophet durch die Christen, über die konziliaren Zeugnisse, die Jesus als „wahren Menschen und wahren Gott“ bekennen; die Rolle Mohammeds als Religionsstifter und Politiker, seine Rolle als Ehemann und Vater.

Im Gespräch mit den Referierenden, aber auch in Arbeitsgruppen für die Schul-Praxis wurde deutlich, dass die Vergleichbarkeit zwischen Jesus und Mohammed nicht so einfach ist. Wo will man in einem religionskooperativen Unterricht beginnen, wenn man nicht grundsätzliche Inhalte des Glaubens (z. B. der Christologie oder des Gesandtenamtes des Propheten, der Siegel der Propheten ist) außer Acht lassen will. Anknüpfungspunkte sahen die Teilnehmenden im Bereich der „Prophetie“, der „ethischen Aufforderungen“ (Abschiedsrede Mohammeds, Bergpredigt Jesu) und im Vergleich der Historischen Personen. Es kamen auch Wunder- und Gleichniserzählungen in den Blick. Unterrichtspraktisch wäre auch ein interreligiöses Lernen anhand der Jesus-Feste und des Mohammed-Gedenken im Verlaufe des religiösen Festjahres möglich.

Das dritte Modul schloss mit „Schmackhaftem“: Ulrich Walter erzählte die Bedeutung und Geschichte des Lebkuchens. Die christlichen Religionslehrer*innen erklärten den Lehrer*innen für den Islamischen Religionsunterricht Bräuche, Riten und Symbole rund um die Advents - und Weihnachtszeit.

Das dritte Modul war auch ein Geschenk-Erlebnis. Verschiedene Teilnehmenden hatten kleine Gaben zum Weihnachtsfest mitgebracht.

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