Wovon sollen wir träumen?
„Na hoffentlich von einem gelungenen Referendariat!"
Im Juni wurde die Erlöserkirche in Münster zum Treffpunkt für Lehramtsanwärter*innen im Fach Religionspädagogik:Das erste Reli-Basecamp des Pädagogischen Instituts brachte Teilnehmer*innen aller Schulformen aus ganz Westfalen zusammen. Gemeinsam sangen, diskutierten und entdeckten wir unter dem Motto „Wovon sollen wir träumen?“ neue Perspektiven für den Religionsunterricht.
Kaum angekommen, wurde die alles entscheidende Frage geklärt: Kaffee oder Tee? Und natürlich: Wo kommst du eigentlich her und wo machst du dein Referendariat? Das Eis war schnell gebrochen, und man kam direkt ins Gespräch mit anderen Referendar*innen. Schnell merkten wir: Wir kamen nicht nur aus ganz Westfalen, sondern auch von ganz verschiedenen Schulformen. Und es gab viel zu erzählen – die einen hatten, wie ich, gerade erst mit dem Referendariat begonnen, die anderen standen schon kurz vor dem Abschluss. Begrüßt wurden wir von den Dozent*innen des Pädagogischen Instituts: Sabine, Christina und Malte.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde ging’s inhaltlich direkt los mit einem Thema, das für mich zunächst gar nicht so recht in Zusammenhang mit dem schulischen Religionsunterricht stand. „Wovon sollen wir träumen?“– Träume im Religionsunterricht? Aber schnell wurde klar: Da gibt es einiges zu entdecken: Der Traum vom Reich Gottes, der Traum des Amos von einer gerechteren Welt oder ganz konkret der biblische Traum Jakobs.
Und dann direkt die nächste Überraschung: Keine getrennten Workshops nach Schulformen. Stattdessen: alle zusammen. Sekundarstufe I & II, Berufskolleg, Grundschule und Förderschule. Perspektivwechsel inklusive und das war richtig gut. Denn so ergaben sich viele bereichernde Gespräche darüber, wie unterschiedlich Religionsunterricht gedacht und gestaltet werden kann und wie viel man voneinander lernen kann.
Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Christina Heidemann mit einer Traumreise – im wahrsten Sinne des Wortes. Ihr „Traumkoffer“ war gefüllt mit Psalmen, Traumfängern und musikalischen Impulsen, die zeigten, wie man Religionsunterricht lebendig und zugänglich gestalten kann, nicht nur für Schüler*innen, sondern auch für uns als angehende Lehrkräfte. Es wurde gesungen, entdeckt und ausprobiert.
Nach einer gemeinsamen Mittagspause, inklusive seminarübergreifendem Netzwerken, ging es mit Stationen zum Thema weiter. Vom KI-generierten Amos-Starterpack über kreative Zugänge zu Jakobs Traum bis hin zu interreligiösen Perspektiven auf Josefs bzw. Yusufs Traum war für jede Schulform und Jahrgangsstufe etwas dabei. Bei der Fülle konnte ich zwar nicht selbst alles ausprobieren, aber das gesamte Material gab es auch direkt zum Mitnehmen oder im Anschluss digital zum Herunterladen. Perfekt für den stressigen Referendariatsalltag, in dem man gutes Material immer gebrauchen kann.
Zum Abschluss der Veranstaltung ging es noch einmal um uns selbst. Wir feierten gemeinsam einen modernen Gottesdienst im Wohnzimmerformat – mit Kaffee und Gebäck, zwei großartigen Musikern, die Popsongs zum Thema Träume mitgebracht hatten, und Impulsfragen, die wir uns aus dem Traum-Automaten ziehen konnten. Wir tauschten uns aus über unsere Perspektive auf Träume, auf vergangene und aktuelle Träume und natürlich auch über unseren Traum von Schule.
Ich bin gegangen mit vielen neuen Inspirationen für den Unterricht, neuen Kontakten, die hoffentlich bleiben – und ein bisschen mehr Mut, meinen eigenen Traum von gelingendem Religionsunterricht zu verwirklichen.
Carla Heidbüchel