18 Monate gemeinsam unterwegs – viel Zeit, um zusammenzuwachsen, voneinander zu lernen und sich gemeinsam auf neue Ideen einzulassen, zu hinterfragen und Manches auszuprobieren.
Von März 2024 bis September 2025 haben sich 18 Lehrkräfte aus evangelischen Schulen in Westfalen und im Rheinland intensiv damit auseinandergesetzt, was es bedeutet eine Schule zu leiten – und was das Besondere ist, wenn diese Schule evangelisch geprägt ist? Sie nahmen an der evangelischen Schulleitungsqualifizierung (E-SLQ) teil, die vom Ministerium für Schule und Bildung in NRW als gleichwertig zur staatlichen Schulleitungsqualifizierung anerkannt ist.
Die Frage „Was ist eine gute Schule aus evangelischer Sicht?“ hat die Teilnehmenden aus den Schulformen Förderschule, Sekundarschule, Gesamtschule und Gymnasium gleichermaßen an allen 19 Fortbildungstagen beschäftigt. Wie schaffen Schulen es, Unterricht zu entwickeln – angesichts von Digitalisierung und einer vielfältigen Schülerschaft? Wie findet eine Schule mit ihrem Profil Beachtung? Wie findet, behält und fördert sie gute Lehrkräfte und andere Mitarbeitende? Und wie kann eine Schule als evangelische Schule ein Ort gelebter Bildung und gelebten Glaubens sein?
Diesen und vielen weiteren Fragen sind die Teilnehmenden nachgegangen. Begleitet wurden sie auf ihrem Fortbildungsweg von Thomas Schlüter, Leiter des Pädagogischen Instituts der Evangelischen Kirche von Westfalen (PI), und Monika Pesch, Dozentin am PI sowie über zwanzig Referentinnen und Referenten unterschiedlicher Professionen. Zentral war bei jedem Modul das Thema Kommunikation, aber auch Fragen von Recht und Verwaltung wurden thematisiert, Andachten gestaltet und gefeiert.
Ein besonderes Element der Fortbildung war das Mentee-Praktikum: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer hospitierte mehrere Tage an mindestens einer anderen Schule, erlebte dort den Schulleitungsalltag und konnte sich fragend dem Berufsbild annähern. Darüber hinaus gaben Supervision und kollegiale Fallberatung Raum für Reflexion und gegenseitige Unterstützung.
Der Austausch über das evangelische Profil der Schulen führte zu Ideen, die übernommen, ausprobiert und adaptiert wurden. Welche religiösen Bildungsbiographien können und wollen wir an unseren Schulen ermöglichen und stärken? Welche Formen der Zusammenarbeit mit Kirchengemeinden und Kirchenkreisen gelingen besonders gut – und was braucht es dafür?
Am Ende der intensiven gemeinsamen Zeit stand ein festlicher Gottesdienst, den Ulf Schlüter, Theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, mit den Teilnehmenden, Referierenden, Schulleitungen und Gästen feierte. Die anschließende Übergabe der Zertifikate war nicht nur ein Abschluss, sondern zugleich ein Aufbruch – in Leitungsverantwortung, die professionell und zugleich aus dem Glauben heraus gestaltet wird.