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Insel-Vokation in stürmischen Zeiten

Religionslehrer*innen erhalten ihre Vokation auf Spiekeroog

Unsere Zeit liegt nicht immer in unseren Händen: Diese Erkenntnis war Gesprächsthema bei der Vokationstagung auf Spiekeroog – und wir haben sie unmittelbar am Anfang der Tagung erfahren. Einen Tag vor Beginn erhielten viele der angemeldeten 25 Religionslehrer*innen die Nachricht, dass ihre Fährverbindung aufgrund einer Sturmwarnung gestrichen sei. Sie wurden auf eine Abendfähre umgebucht: Wir anderen waren froh, als wir sie wohlbehalten am Hafen abholen konnten. Im Tagungsraum hatten wir ein improvisiertes Abendessen vorbereitet.

Am zweiten Tag konnten wir dann mit der vollzähligen Gruppe in unser Tagungsprogramm einsteigen. Während es draußen weiter stürmte, machten wir uns miteinander bekannt. In den Arbeitsphasen bearbeiteten wir das Thema „Zeit“ biblisch-theologisch und biographisch, wir tauschten uns über unsere persönliche Zeitgestaltung aus und setzten unsere Erkenntnisse kreativ um. Währenddessen nahm der Regen ab, der Wind blieb weiter heftig. Eine Gruppe traute sich dennoch, in der Mittagspause ein Bad in der kalten und aufgewühlten Nordsee zu nehmen: Einer der Teilnehmer war DLRG-Rettungsschwimmer und passte auf, dass alle sicher zurück aus dem Wasser kamen.

Religionsunterricht ein besonderes Fach

Im Vokationsgespräch wurde deutlich, dass der Religionsunterricht als besonderes Fach wahrgenommen wird. Ganz gleich, ob die Lehrer*innen an einer Grundschule, an weiterführenden Schulen, an Berufskollegs oder Förderschulen unterrichten: Alle berichteten davon, wie ihnen dieses Fach ermögliche, mit den Schüler*innen über relevante Lebensthemen ins Gespräch zu kommen. Gleichzeitig erzählten etliche von der abnehmenden Akzeptanz für das Fach und für die Durchführung von Schulgottesdiensten.

In diesen stürmischen Zeiten für den Religionsunterricht und für die Kirche tat es gut, einen gemeinsam gestalteten Vokationsgottesdienst zu feiern und darin einen Zuspruch für diesen wichtigen Bildungsauftrag zu erhalten. Der Gottesdienst fand in der stimmungsvollen Alten Inselkirche statt, die aus dem 17. Jahrhundert stammt und damit das älteste erhaltene Kirchengebäude auf den ostfriesischen Inseln ist. An diesem letzten Tag war der Sturm vorüber, der Spätsommer zeigte seine wärmende Kraft. Nach dem Sonnenuntergang erschien ein funkelnder Sternenhimmel über der Insel, die offiziell als Sternenpark anerkannt ist.

Sabine Grünschläger-Brenneke und Marco Sorg

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Datum: 25.09.2025