Der Roman „Schwebende Lasten“, 2025 bei C. H. Beck erschienen, gewinnt den Evangelischen Buchpreis 2026. Diese Entscheidung gibt der Vorsitzende des Evangelischen Literaturportals, Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl, bekannt.
Hanna Krause erlebt in ihrem Leben zwei Revolutionen, zwei Weltkriege, zwei Diktaturen und zwei Demokratien. Fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte erzählt Annett Gröschner in diesem Roman anhand des Lebens einer Magdeburger Arbeiterin.
„Hanna ist eine stille Heldin, keine Widerstandskämpferin, aber noch weniger eine Opportunistin. Hanna balanciert zwischen Auflehnung und Anpassung und trifft ihre Entscheidungen nicht aus ideologischen Gründen, sondern lässt sich von Menschlichkeit und Anstand leiten. Gerade darin liegt die politische Kraft des Romans, denn Gröschner zeigt, dass Geschichte nicht nur von Parolen, Systemen und Machtverhältnissen geprägt wird, sondern von vielen unsichtbaren Entscheidungen gewöhnlicher Menschen. Hanna Krause steht somit für unzählige andere Frauen, die keine Stimme erhalten.“
Der Evangelische Buchpreis ist ein Leser*innenpreis und wird seit 1979 vom Evangelischen Literaturportal, dem Verband für Leseförderung und Büchereiarbeit in der EKD, verliehen Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird Annett Gröschner am 20. Mai im Heilig-Geist-Saal in Nürnberg verliehen.