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Wovon wollen wir träumen?

Vokationstagung in Villigst setzt Impulse für Glauben und pädagogisches Handeln

Eine intensive und bewegende Woche liegt hinter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Vokationstagung in Villigst. Geprägt war sie von Begegnungen, Gesprächen, gemeinsamen Erfahrungen, musikalischen Impulsen und Momenten der Stille. Diese besondere Mischung eröffnete Räume für Austausch, Reflexion und neue Perspektiven sowohl auf das eigene pädagogische Handeln als auch auf den persönlichen Glauben.

„Wovon sollen wir träumen?“ – „Wovon wollen wir träumen?“

Im Zentrum der Tagung stand die Frage: „Wovon wollen wir träumen?“ bewusst umformuliert aus dem ursprünglichen Titel „Wovon sollen wir träumen?“. Diese Veränderung war für die Gruppe mehr als ein sprachliches Detail. Sie machte deutlich, dass es nicht nur um äußere Erwartungen oder Aufträge geht, sondern um eine innere Haltung und Entscheidung: Wofür möchte ich mein Herz öffnen? Welche Visionen tragen mich in meinem beruflichen und persönlichen Handeln und in meinem Glauben?

Träume, so wurde in den gemeinsamen Einheiten deutlich, sind dabei keine bloßen Wunschvorstellungen. Sie können als Orientierung dienen und als leise Hinweise darauf verstanden werden, wohin Wege führen können. Auch Impulse aus der Musik etwa von Frida Gold oder Soffie unterstrichen diese Gedanken: Träume können tragen und Perspektiven eröffnen, selbst wenn es Mut braucht, ihnen zu folgen.

Ein besonderer Fokus der Woche lag darauf, die eigene Rolle als Religionslehrkraft bewusster wahrzunehmen. Die Tagung bot Raum, das eigene pädagogische Handeln zu reflektieren, den persönlichen Glauben zu vertiefen und beides miteinander in Beziehung zu setzen. In dieser Verbindung wurde spürbar, wie eng professionelles Handeln und persönliche Überzeugungen miteinander verwoben sind und wie beides noch einmal ganz neu aus dieser Woche hervorgehen kann.

Besondere Stimmung, Verbundenheit und Dynamik

Besonders hervorgehoben wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die außergewöhnliche Dynamik innerhalb der Gruppe. Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten, mit vielfältigen Erwartungen, Unsicherheiten und Träumen, kamen zusammen und wuchsen im Laufe der Woche zu einer Art kleiner Familie zusammen. Gemeinsame Spaziergänge in der Natur, persönliche Gespräche, das Spielen in den sonnigen Pausen sowie lange Abende mit intensivem Austausch und gemeinsamen Erlebnissen schufen eine Atmosphäre von Vertrauen und Zugehörigkeit.

Diese besondere Gemeinschaft wirkte nachhaltig: Am Ende der Woche beschrieben einige Teilnehmende ein Gefühl von „Liebeskummer“ darüber, dass diese intensive gemeinsame Zeit nun zu Ende ging. Dass eine solche Verbundenheit entstehen konnte, wurde nicht zuletzt auch der wertschätzenden und liebevollen Gestaltung der Tagung durch die Dozentinnen zugeschrieben.

„Pause-Knopf“

Rückblickend wurde die Tagung von vielen als bewusste Unterbrechung des Schulalltags erlebt. Wie eine wohltuende Auszeit, in der es um mich geht. Wie ein „Pause-Knopf“, der Raum schafft, um innezuhalten und neu nachzudenken. Sie ermöglichte es, die eigene Rolle als Religionslehrkraft klarer und bewusster wahrzunehmen.

Diese besondere Woche fand bei frühlingshaften Wetter ihren stimmungsvollen Abschluss in einem feierlichen Gottesdienst, der von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit viel Engagement und Herzblut gestaltet wurde und in dessen Rahmen sie ihre Vokation erhielten.

Ein bedeutsamer Moment, der die gemeinsame Zeit abrundete und zugleich den Blick nach vorne richtet:  Auch wenn viele unserer Träume an Widerständen scheitern, lohnt es sich, an den einen Samen zu glauben, aus dem etwas wächst. Denn genau dieser gibt uns Hoffnung, Sinn und die Kraft, immer wieder neu anzufangen.

So bleibt die Tagung nicht nur als intensive gemeinsame Erfahrung in Erinnerung, sondern auch als Ausgangspunkt für eine Frage, die weiterträgt:

Wovon wollen wir träumen? 

Annabell Wolf
 

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Datum: 27.03.2026