Es gibt keine Sicherheit,
aber es gibt ungemein viel Angst, sie zu verlieren.

Pilotprojekt Evangelische Schulleitungsqualifizierung, kurz E-SLQ, erfolgreich abgeschlossen!

14 Lehrer*innen aus 14 evangelischen Schulen aus ganz Nordrhein-Westfalen, die Leitungspositionen anstreben oder bereits innehaben, haben am 7. März 2020 den Abschluss ihrer Qualifizierung mit einem Gottesdienst gefeiert und ihre Zertifikate erhalten.

Zuvor haben sich die Kursteilnehmer*innen 1,5 Jahre lang unter der Leitung von Prof. Rainer Timmer und Thomas Schlüter (beide Pädagogisches Institut) fortgebildet.

„E-SLQ“ ist ein Pilotprojekt: Von der „Geburt“ (der Projektidee) im Januar 2017 bis zum Start im November 2018 haben die Schuldezernate der rheinischen und der westfälischen Landeskirche mit dem Pädagogischen Institut der Evangelischen Kirche von Westfalen gemeinsam das Konzept der E-SLQ erarbeitet.

Nun wurde das Projekt erfolgreich beendet. Wie ein roter Faden zogen sich Fragen nach der Profilierung evangelischer Schulen durch die gesamte Fortbildung. „In Evangelischen Schulen wird Schule als Lebensraum in besonderer Weise wahrgenommen und von der prägenden Kraft des christlichen Menschenbildes praktisch gestaltet. Die religiöse Frage nach dem ‚Woher und Wohin‘ ist das Muster, das verbindet.“ so Prof. Rainer Timmer.

Zudem standen die Themen Führung und Leadership, Gesprächsführung, Präsenz und Rhetorik, Personalmanagement, Schul-, Unterrichts- und Qualitätsentwicklung sowie rechtliche Fragen auf dem Programm.

Grundlage der gesamten Qualifizierung ist ein modernes Leitungsverständnis und die Erkenntnis, dass große Systeme nur erfolgreich im Team geleitet werden können. Bildlich beschreibt Thomas Schlüter das zugrundeliegende Leitungsverständnis wie folgt: „Stellen Sie sich einen dunklen Raum vor und nur eine Person, die Schulleiterin oder der Schulleiter, hätte eine Taschenlampe in der Hand. Sie könnten zwangsläufig immer nur einen kleinen Ausschnitt des Raums wahrnehmen. Stellen Sie sich nun mehrere Personen mit mehreren Taschenlampen in diesem Raum vor. Wenn alle ihre Taschenlampe anknipsen und verschiedene Bereiche ausleuchten, entsteht ein umfassenderes Bild. Nur im Team können komplexe Systeme wahrgenommen, entwickelt und gesteuert werden.“

Die Qualifizierung wurde nach den neuesten Erkenntnissen der Wirksamkeits- und Schulleitungsforschung konzipiert und so waren neben den sechs Kursmodulen ein mehrtägiges Mentorat unter der Begleitung einer Schulleitung einer anderen Schule sowie Supervision begleitende Elemente.

Glücklich resümiert der pädagogische Dezernent Dr. Wolfram von Moritz: „Mit E-SLQ ist etwas wirklich Großes entstanden, das unseren Evangelischen Schulen helfen wird, auch unter anspruchsvolleren gesellschaftlichen Rahmenbedingungen weiter modellhaft gute Schule zu machen. Dafür bin ich den Leitern des ‚Piloten‘ E-SLQ, Prof. Rainer Timmer und Thomas Schlüter, zutiefst dankbar.“

Aufgrund des Erfolgs und der großen Nachfrage wird das Projekt nun in den Regelbetrieb überführt. Im Frühjahr 2021 wird die nächste Qualifizierung  „E-SLQ“ beginnen.

Zurück
Datum: 19.03.2020