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Eine von uns: Henrike Gundlach

Ein Gespräch über die Arbeit der Büchereifachstelle

Was ist deine Aufgabe im Pädagogischen Institut?

Ich leite die Büchereifachstelle der Evangelischen Kirche von Westfalen, seitdem sie 2020 dem Pädagogischen Institut in Villigst angegliedert wurde. Bereits 2005 bin ich in diese Arbeit in Bielefeld eingestiegen. Die Fachstelle gibt es schon seit den 1950er Jahren – damals noch ein großes Team als Abteilung im Evangelischen Presseverband.

Ich bin Ansprechpartnerin für knapp 500 Ehrenamtliche, die sich in den insgesamt 60 evangelisch-öffentliche Büchereien in Kirchengemeinden, Kitas, Krankenhäusern und Heimen in ganz Westfalen für und mit Literatur engagieren. Sie sind über die Büchereifachstelle Mitglied im Evangelischen Literaturportal in Göttingen, dem bundesweiten Verband für Büchereiarbeit und Leseförderung.

Was hat dich motiviert, in diesem Bereich zu arbeiten?

It's like a dream come true: Ich freue mich, dass ich durch den Einstieg in die Büchereifachstelle doch noch meinen Kindheitstraum, im Bibliothekswesen zu arbeiten, erfüllen konnte. Dort habe ich mich als Vielleserin schon immer sehr wohl gefühlt.

Nach dem Germanistikstudium und mehrjähriger Tätigkeit im Kultur- und Literaturbetrieb in Münster und Lüneburg war die Mitarbeit in der Büchereifachstelle der EKvW eine neue interessante Aufgabe.

Was sind konkret deine Aufgaben? Was bedeutet für dich „Eine von uns“?

Ich bin auf der einen Seite für alle Belange der Ehrenamtlichen in den Büchereien da – da gilt es, gut zuzuhören und positiv zu verstärken! Auf der anderen Seite repräsentiere ich das Institut und die Landeskirche. Dies wird z. B. bei Grußworten zu Büchereijubiläen als Wertschätzung der Landeskirche empfunden.

Die Büchereifachstelle ist die Schnittstelle zum Evangelischen Literaturportal in Göttingen und daneben auch Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der kirchlichen Büchereifachstellen im Verband der Bibliotheken des Landes NRW und den staatlichen Büchereifachstellen in NRW.

Meine Aufgabe ist es, für guten Informationsfluss in alle Richtungen zu sorgen, auf Fortbildungen und Fördermöglichkeiten hinzuweisen und Beratung in allen bibliothekarischen Fragen anzubieten. Durch die Arbeit der Fachstelle können sich die Ehrenamtlichen untereinander vernetzen und gleichzeitig Kirche und Bibliothekswelt verbinden

Was wünschst du dir für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass evangelische Büchereien als Türöffner in die Gemeinde wahrgenommen werden, als ein Ort für Alle, an dem sich die Generationen ungezwungen begegnen und austauschen können, als ein Ort, der die Teilhabe durch den kostenlosen Zugang zu Kultur und Bildung fördert. Evangelische Büchereien können alle Bereiche des Gemeindelebens von der Kita bis zum Seniorenkreis, den Gottesdienst und das anschließende Gemeindefest bereichern. Sie sind nachhaltig und sozial engagiert. Ich denke hier besonders an die Soziale Büchereiarbeit, die die Medienversorgung von haus- und heimgebundenen Menschen ermöglicht, die die Bücherei nicht selbstständig aufsuchen können und denen deshalb Medien gebracht werden. Das ist ja auch das Anliegen der Krankenhausbüchereien.

Büchereien sind ein schützenswertes, wichtiges, kulturelles Angebot für die Gemeinde, gerade in Zeiten, in denen es mit Dialogbereitschaft den Erhalt der Demokratie zu fördern gilt.

Die meist ehrenamtlichen Mitarbeitende setzen sich mit großem Engagement für ein lebendiges und attraktives Büchereiangebot ein und doch machen steigende Kosten und Einsparungsmaßnahmen es Einrichtungen schwer, die finanziell nicht gewinnbringend arbeiten. Büchereien werden aus diesem Grund immer öfter in Frage gestellt.

Ein großes Dankeschön an alle, die sich nicht entmutigen lassen und diese Arbeit unterstützen!

Fällt dir zum Schluss ein Gedicht ein, das gut zu dir und deiner Arbeit passt?

Mir gefällt das „Traumbuch“von Inge Meyer-Dittrich. Den Traum vom Fliegen in der Phantasie, die Erfahrung von Freiheit und Vielfalt beim Lesen möchte ich mit allen, die andere mit ihrer Lesefreude anstecken wollen, teilen!

Danke für das Gespräch!

Die Fragen stellte Fachstellenkollegin Heike Würfel-Rogge, Service Agentur Kultur und Kunst der Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers

 

Henrike Gundlach

Büchereifachstelle

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02304 755-167