Choloepus didactylus 

Ein Impuls zum Schulanfang

Wenn schon nicht verreisen, dann wenigstens ein bisschen die nähere Umgebung erkunden. Kleine Auszeiten genießen: Eine Radtour, ein Stadtbummel, ein Museumsbesuch, ein Ausflug in den Zoo. 

Im Allwetter-Zoo in Münster hat mich dabei ein Tier ganz besonders fasziniert: das Zweifingerfaultier (lateinisch: choloepus didactylus). Etwas zottelig, mit zerknautschtem Gesicht, hing es kopfüber an einem Ast. Seine Bewegungen fast wie in Zeitlupe. 

Angeblich können Faultiere auf diese Weise nicht mehr als zehn Meter pro Minute zurücklegen. Am Boden sollen sie noch sehr viel langsamer sein. 

Dass ich es überhaupt in Aktion gesehen habe – ein großes Glück, denn eigentlich bewegen sich Faultiere die meiste Zeit überhaupt nicht. Im Durchschnitt schlafen sie bis zu 20 Stunden am Tag. 

Das ist zum einen eine gute Tarnstrategie, zum anderen aber auch eine Maßnahme zur Einsparung von Energie. Faultiere ernähren sich nämlich vorwiegend von den Blättern der Bäume, an denen sie hängen. Und die sind meist nicht besonders nahrhaft. Deshalb ist es äußerst wichtig, dass sie mit ihren Energieressourcen sinnvoll haushalten. 

Jede Bewegung, jeder nächste „Schritt“, so scheint es, ist wohl überlegt. Planvoll. Achtsam.  

Anders als Lehrer*innen in ihrem Berufsalltag, sind Faultiere absolute „Singletasker“.

Wie schön es wohl wäre – inmitten von Unterrichtsplanungen, Konferenzen, Einschulungen, Fahrtenwochen, ersten Tests und Klausuren, Tür-und-Angelgesprächen mit Schüler*innen, Eltern und Kolleg*innen – ein „Chlopeus Didactulus“ zu sein? 

Malte Lojewsky

Dozent, Lehrer

E-Mail schreiben
02304 755-398
0151 541 131 45