„Es ist ein schöner Sommertag im Freibad. Sven hat es sich schon lange vorgenommen: Er wird vom Sprungturm springen. Heute wird er es machen! Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt! Obwohl …? Vielleicht wäre es morgen besser …? Oder doch lieber nächste Woche …?“ – so beginnt die Beschreibung zum kurzen Animationsfilm „Sven nicht jetzt, wann dann?“ von Jens Rosemann.
Ehrlich: Dieser „Sven“ gibt eine etwas kuriose Figur ab, wie er da zwischen dem Rand des Schwimmbeckens und dem Sprungturm herumtigert. Sommerferien hin oder her – entspannt ist dieser Typ gerade nicht.
Der Film nimmt uns mit in die Innenwelt seiner grob gezeichneten Hauptfigur, die gerade nicht der sportliche Turmspringer ist. Wir hören seine Gedanken, gestaltet als innerer Monolog mit dünnem Stimmchen.
„Sven“ wägt die sich ihm bietenden Möglichkeiten ab. Er gibt sich den Blicken und Meinungen der ihn umgebenden Öffentlichkeit preis. Er spricht sich Mut zu. Er versucht, vor sich selbst und vor der Welt zu bestehen…
(Ob das gelingt, muss an dieser Stelle offenbleiben. Schauen Sie sich den Film gerne an…)
Ich erkenne mich in „Sven“ wieder und fühle mich ertappt, wenn ich angesichts seines Ringens und Zauderns lauthals auflache. Gleichzeitig tut die Figur mir leid. Ich denke darüber nach, ob „Svens“ Art der Problemlösung – die ja häufig auch meine ist – wirklich trägt. Woher kommt der Druck, sich beweisen zu wollen? Warum macht er das so allein mit sich selbst aus? Was könnte ihm helfen, Vertrauen zu gewinnen? Soll er zu seiner Angst stehen oder soll er sie unbedingt überwinden?
Den meisten von uns begegnen ab und zu solche „Sven“-Momente – vielleicht sogar auch in diesen Sommerferien.

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(Sabine Grünschläger-Brenneke)
Wer mag, kann „Sven“ bei seinem inneren Ringen und seinen Versuchen, Mut zu fassen zusehen: